Küchenlyrik?
Weihnachtstage, reichlich Essen, Gemütlichkeit
Gänsebraten, bunter Teller und manche Süßigkeit
Die Waage zeigt es ohn‘ Verdruß
Man hat geschwelgt im Überfluss!
Gottseidank beginnt nun bald die Fastenzeit
Ostern ist ja nicht mehr weit.
Dann gibt es wieder ein fein üppig Mahl
Die Waage zeigt weiter eine hohe Zahl.
Die Pfunde purzeln munter
rauf, doch nicht wieder runter!
Im Mai dann ganz bestimmt, so denkt man sich,
nehme ich endlich ab vom Gewicht.
Doch hat man wenn es denn soweit,
völlig vergessen die schöne Pfingstenzeit!
Und wieder gibt es Braten köstlich fein,
etwas Eiscreme passt auch noch hinein.
Der Sommer ist da, Sonne, Strand und Meer,
das Badezeug muss sofort her.
Überall sieht man nun seinen Speck in Falten,
den Neuen und den Alten.
Welche Sorgen hat man doch in unsrem Land,
Wie sehen wir aus, oh welche Schand!
Wir müssen für das Schlanksein werben,
Woanders Menschen Hungers sterben!
Warum denn, so fragt man sich
Mich? Mich betrifft das nicht!
Ich zahl Steuern, brauch mich nicht grämen
Mein Speck muss weg, ich sollt mich schämen!